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Abenteuer mit Stil GranitSEE Verlag Freshwater-News für's Tauchen in Deutschland |
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Freshwater-News für's Tauchen in Deutschland, nachzulesen in Mini-Reportagen bei taucherkalender-deutschland.de Steinbruchsee Miltitz bei Kamenz: Das "aquatisch gereifte" Kunstwerk - Grundzeit für Skulpturen (seit September 2008)Steinbruchsee Wildschütz bei Torgau: Das Deutsche Seestern-Haus - Volker Buder und seine Habitate (seit August 2008) |
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Grund-Zeit für Skulpturen oder Das „aquatisch gereifte“ Kunstwerk Der Steinbruchsee Miltitz am Krabatstein wird unterseeische Skulpturensammlung |
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Der Steinbruchsee Miltitz in der Nähe der Lausitzer Dörfer Miltitz, Nebelschütz und Räckelwitz kann als ein Idyll unter den Lausitzer Granit-Seen gelten. Im blassgrünen Wasser des Sees am Krabatstein entsteht eine unterseeische Kunstsammlung. Kleinplastiken werden dem Wasser und der Zeit ausgesetzt. Ein einmaliges Experiment! | |
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Am Anfang war der Stein. Verschiedene Unternehmer und im wahrsten Sinne des Wortes harte Granitarbeiter brachen den hiesigen Werkstein aus dem Berg. Der Steinbruch wurde mehrmals neu angefahren, weil der Granit im weiteren Umfeld des Kamenzer Thonberges als sehr schönes Gestein gilt. Oft siegten die Menschen, doch manchmal gewann auch der Stein. Dann kamen das Ende des Abbaus, das Wasser und der Bewuchs. Zeit verging >> nach oben |
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Der See am Krabatstein verwandelte sich in einen wunderschönen Felssee, eingerahmt von Birken, Weiden, Kiefern, Hagebutten und Ginster. Nur wenige Insider unternahmen hier ab und an Tauchgänge. Doch der See hat etwas Magisches an sich. Alle, die hier tauchen oder künstlerisch arbeiten, können das fühlen.![]() |
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Er ist, wie man so sagt, ein Kraftplatz, erspürbar auch für Nicht-Esoteriker. Vielleicht hatten die Vorfahren einen Sinn dafür, als sie den Granitberg Krabatstein nannten, nach der sorbischen (Dr. Faust ähnlichen) Legendenfigur des Krabat. Dieser Krabat ist in der Lausitz Sagengestalt und literarische Figur zugleich, ein Symbol, der gute Zauberer, der beim bösen Zauberer, dem schwarzen Müller, sein Handwerk erlernte. Nachzulesen in Jurij Brezans „Die schwarze Mühle“ oder Otfried Preußlers „Krabat“. (siehe auch: www.krabat-derfilm.de ) |
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Und so nimmt es nicht Wunder, dass der schön gelegene Granitsee in mehrfacher Hinsicht eine Renaissance der Aufmerksamkeit erfuhr. Die Tauchschule Druckausgleich aus Freiberg siedelte sich an. Doch es kam noch schöner, besser, anders, kulturvoller. Ein kleines Dorf, die winzige Gemeinde Nebelschütz um Bürgermeister Thomas Zschornak, regte eine Bildhauerwerkstatt am Steinbruch an, die im Jahre 2008 unter dem Titel SCHNITTPUNKT bereits zum dritten Mal stattfand. |
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Künstler aus Polen, Tschechien und Deutschland, verstärkt durch prominente Gäste aus Westeuropa und Gabun, drückten sich in Granit, Sandstein und Holz aus. Künstlerischer Leiter der Bildhauerwerkstatt war Magister Peter Manhal aus Graz/Österreich. Glücklicherweise fand das Projekt mit dem Krabat e.V., der Euroregion Neiße, dem Landratsamt Bautzen, dem Verkehrsverbund Oberelbe und dem Kulturraum Oberlausitz diverse Förderer. Einige der Kunstwerke thematisierten dann auch die Krabat-Sage und den schwarzen Müller. |
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![]() Neben dem Stein ist das Wasser dominierendes Landschaftselement. Und so entstand parallel zur Bildhauerwerkstatt ein ganz besonderes Projekt namens UNTERWASSERSAMMLUNG. Der bekannte Dresdner Bildhauer und Kunstdesigner Thomas Reimann engagiert sich als künstlerischer Leiter und Kurator für die unterseeische Skulpturensammlung. Mit eigenen Werken und seinem guten Namen sorgt Reimann dafür, dass die Kunstsammlung im magisch grünen Wasser anwächst. Die Absicht ist jedoch nicht allein, Kunstgegenstände wie potentielle „Film-Schatzfunde“ auf den Seegrund zu legen. Das Vorhaben ist weitaus differenzierter:
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Thomas Reimann verwirklicht in Zusammenarbeit mit der Tauchschule Druckausgleich um Björn Apenburg eine ganz besondere Vision: Die Kunstwerke sollen zunächst aus den Augen, aus dem Sinn, im philosophischen Sinne „verschwinden“. Für das nichttauchende Publikum sind sie auch sehr praktisch in die unerreichbare grüne Dämmerung versunken. Hier unten, wo in geringer Tiefe mehrere ebene Felsterrassen zur Verfügung stehen, werden die Skulpturen aus Eisen, Granit, Sandstein, Glas oder Holz optisch wirksam positioniert. |
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Und es geschieht noch mehr: Die Kunstwerke des Vorjahres werden etwas tiefer gerückt, die Skulpturen des aktuellen Jahres stehen am weitesten oben, dem Licht am nächsten. In jedem Jahr sollen etwa 10-20 Kunstwerke hinzukommen. Angestrebt ist Klasse, nicht Masse. Mit jedem „neuen Jahrgang“ Plastiken werden erneut Skulpturen nach unten rücken, arbeiten Künstler und Taucher mit Zeit, Raum und Licht. Die künstlerische Absicht besteht im Beobachten der natürlichen Alterung aller Kunstwerke. Bildhauer Reimann hat es sich nicht nehmen lassen, selbst zu tauchen und die visuelle Wirkung am Seegrund zu studieren. |
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Nach Ablauf von fünf Jahren sollen alle Kunstwerke feierlich geborgen und versteigert werden. Dann werden neben dem Kunstwerk selbst auch die „Patina“ der Jahre im See Teil des künstlerischen Ausdrucks sein. Reimann und seine Künstlerkollegen machen sich schon heute Gedanken, ob sich die Spuren der „See-Zeit“ einfach trocknen lassen, ob diese Marken der „Zeit im See“ womöglich irgendwie zu fixieren sind. |
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>> nach oben Ein jeder wird sein ganz eigenes Gefühl, seine persönlichen Assoziationen haben, wenn er sich den „verwunschenen“ Kunstwerken nähert. Ganz gleich, ob es sich um einen Torso, eine Metallskulptur, eine Sandstein-Stele oder eine Madonna in Granit handelt. Hier streift uns unter Wasser der Hauch des Erhabenen, eine ganz besondere künstlerische Gedankenwelt, an der man fünf Jahre lang allein tauchend teilhaben kann. Thomas Reimann und den Freiberger Druckausgleich-Tauchern sei Dank. |
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Der Dresdner Bildhauer Thomas Reimann ist so etwas wie der Koordinator der UNTERWASSERSAMMLUNG. Er möchte wirkliche Kunstwerke in der Sammlung am Seegrund sehen, und bemüht sich regional wie europaweit um entsprechende Stücke. Im September 2008 gingen ein Picasso-Kopf (Glasskulptur von Erwin Eisch), die Dose der Pandora (Metall-Installation von Thomas Varga), eine Maske (Sandsteinskulptur von Horst Seidelmann) und die hölzerne „Ohrmuschel“ (Gudrun Bernhard) auf Grund. Thomas Reimann selbst vertraute den Fluten einen „Neidkopf“ (Sandsteinplastik im Renaissance-Stil) und eine gläserne Maske August des Starken an. |
Einen skurrilen Sinn für Humor offenbarte der polnische Künstler Slawomir Kieryluk: Er lässt seine Sandsteinplastik „Der Sirene“ im See untergehen. Der Artikel ist kein Fehler, denn es handelt sich um eine durchaus weiblich anzusehende Nixe mit einem verborgenen Penis im Schuppenkleid. Dies soll auf die unterschwelligen Persönlichkeiten und Neigungen im Mann anspielen. Folgerichtig steht an Land „Die Sirene“ des Künstlers, eine Figur, bei der das hübsche Gesicht unter Verzicht auf jeglichen Körper gleich in einen tritonhorn-artig geschwungenen Schwanz übergeht. Die beiden Projekte Bildhauerwerkstatt und UNTERWASSERSAMMLUNG sind lose miteinander verbunden. Wenn die an Land schaffenden Künstler eine Skulptur „für den See“ erstellen, ist dies willkommen, aber nicht Bedingung. Vor allem sollen in der UNTERWASSERSAMMLUNG keine Banalitäten a la „miteinander verlötete Cola-Dosen“ enthalten sein, wenngleich wir seit Andy Warhol wissen, dass auch dergleichen zu Kunst mutieren kann. Die unterseeische Skulpturensammlung im Miltitzer See ist in ihrer Art einzigartig in Europa und kann entfernt mit Jason de Caires Taylors Figurenprojekt vor Grenada verglichen werden. (www.underwatersculpture.com ) |
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Auch wenn das Projekt UNTERWASSERSAMMLUNG die herausragende Besonderheit des Gewässers ist, lohnt sich auch sonst ein Blick unter Wasser. Zu über der Hälfte des Gewässerumfanges können wir hier an dramatischen Steilwänden entlang schweben, durch überflutete Gehölze tauchen oder chaotische Geröllhalden passieren. Unterwegs begegnen wir Barschen, Plötzen, Karpfen und einigen großen Hechten. Der Herrscher der Wasserwelt ist ein 1,60 m großer Wels, der in ganz flach versunkenen Nadelbäumen zu ruhen pflegt. Das Flachwasser wird von ein paar Seerosen und Binsen geschmückt. In düsterer Tiefe von maximal 20 Meter entdecken wir mit viel Glück die Störe vom Krabatstein, außerdem in 11 m Tiefe ein Bootswrack. Es handelt sich um eine Kunststoff-Bootsschale, die im kleinen Felssee wie eine künstlerische Ironie zur allgemeinen Wrack-Romantik in Taucherkreisen wirkt. |
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Oberhalb des Sees befinden sich eine ziegelgemauerte offene Arbeitshalle für die Bildhauer, die Tauchbasis mit Blick aufs Wasser sowie das Allzweckgebäude der Gemeinde mit Sanitäranlagen. Dies alles entstand aus renovierten, wieder zum Leben erweckten Funktionsgebäuden des alten Steinbruchbetriebes. |
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Peter Manhal aus Graz hat mehrere Stücke aus Stein und Metall am See stehen. Sein jüngstes Werk ist eine dreiseitige Pyramide, übermannhoch, aus miteinander verbundenen Heuwagendeichseln. Im Zentrum liegt ein Stein auf Stroh. Manhal nennt die Installation „Das Ei des Phytagoras“. Augenzwinkernd verweist er auf die „heilige Trigonalität“ in seinem ironischen Kunstwerk. Es sei eine Metapher auf den Beginn der heutigen Naturwissenschaften, die nach seiner Ansicht nicht allein unmoralische Dinge wie Atomkraft und Gentechnik benutzen, sondern mit unglaublicher Arroganz auch Intuition und Phantasie erklären wollen. |
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Der Kraftplatz am Steinbruchsee und Krabatstein erlebt jährlich drei laute und intellektuell anspruchsvolle Wochen. Dann zieht wieder Stille ein, allein ein paar Taucher genießen See und Landschaft. Und die nachwachsende Natur umhüllt kreativ gestaltete wie unverändert gebliebene Granitbrocken. |
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Tauchinfos: UNTERWASSERSAMMLUNG: Bildhauerwerkstatt Schnittpunkt: Bilder und Text: |
www.druckausgleich.de www.reimannkunstdesign.de/Aktuell/Projekte www.schnittpunkt.tk http://miltitz.bplaced.net Falk Wieland, www.unterwasserfoto-und-story.de |
Ab August 2008: Europas einzige Habitate für Taucher wurden versenkt:Rückkehr in die Zukunft: UW-Stationen aus der Pionier-Zeit des Tauchens sichern moderne Tech-Tauchgänge Vision und Lebenswerk des Volker Buder: Das deutsche Seesternhaus im Steinbruchsee Wildschütz bei TorgauDer sächsische Erfinder; Tauchlehrer und Basisinhaber Volker Buder versenkt nach 10 Jahren Arbeit ein System von drei Unterwasserstationen im Binnensee Wildschütz bei Torgau. Er wendet sich damit gegen den Trend, auf derlei aufwändige Installationen in der Tauchbranche zu verzichten. Die Stationen werden der Tauchausbildung im Bereich des Langzeittauchens, der sicheren Dekompression beim Technischen Tauchen und tauchtouristischen Zwecken dienen. Von der Unterwasserhochzeit bis zum wissenschaftlichen Langzeit-Experiment ist alles möglich. |
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Wildschütz-Ufer an einem August-Montag 2008:
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Weitere Neuigkeiten und interessante Fakten zum Tauchen lesen Sie auf: |
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| www.unterwasserwelt.de | www.atlantis-magazin.de | www.poseidon-archiv.de |
| www.tauchen.de | www.tauchschule-dresden.de | www.bleilatschen.de |
| Den jährlichen Unterwasser-Akt-Kalender für entsprechend interessierte Ästheten gibt es bei: www.dd-photo.de |
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